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Blog / 20 Mai 2019
Warum jenseits der Komfortzone das außergewöhnliche Leben auf Sie wartet – 3 Erkenntnisse aus meiner Begegnung mit der Milchstraße

In Kentucky, USA gibt es weit mehr zu entdecken als nur außergewöhnlich guten Whisky. Dazu zählt auch ein wunderschönes Fleckchen Natur mit Wäldern und Flüssen, sowie gigantischen Felsvorsprüngen mit spektakulärer Aussicht, bekannt als „Red-River-Gorge“.

Von meiner Wohnung in Cincinnati, Ohio bis zum Red-River-Gorge in Kentucky waren es ca. 4 Stunden Fahrweg. Diese Zeit nahm ich gerne in Kauf, denn diesen Ort muss man gesehen haben.

Für amerikanische Verhältnisse sind 4 Stunden ohnehin keine lange Distanz und  mit europäischen Verhältnissennicht vergleichbar.

Wenige Wochen zuvor…

Einige Wochen zuvor bin ich bereits mit einem Kollegen in Kentucky gewesen. Wir hatten zwar nicht viel Zeit, aber haben tagsüber dennoch einen kurzen Abstecher zum Red-River-Gorge machen können.

Ob solche waghalsigen Aktionen wie diese auf dem Bild nötig waren, habe ich mich im Nachhinein allerdings doch gefragt. Die News und meine Kollegen haben nicht selten von Todesfällen berichtet, welche sich dort ereignet haben. (Artikel hier).

Nicht lange zuvor war dort eine Gruppe Wanderer unterwegs. Als diese nachts ihre Wanderung mit sperrlicher Beleuchtung fortsetzten, sahen sie nicht worauf sie zusteuerten. Einer nach dem anderen stürzte in den Abgrund.

Camper, die Ihre Zelte in der Nähe von Schluchten im Red River Gorge aufstellten, wurden ebenfalls schon inklusive Ihres Zeltes im Abgrund geborgen. Heftig, aber wer stellt sein Zelt auch am Abgrund einer Schlucht auf? Wie dem auch sei: Schöne Schauermärchen, die sich jedoch tatsächlich ereignet haben.

Neben den steilen Abhängen kann einem dort auch der ein oder andere Schwarzbär begegnen. Tödliche Giftschlangen, insbesondere die Wald-Klapperschlange und der Copperhead sind dort zahlreich anzutreffen.

Von den Schwarzbären hatte ich schon vorher gehört, aber von den Wald-Klapperschlangen wusste ich bei meinem Spaziergang durch die Wildnis noch nichts.

Zurück zum Sonntagnachmittag: Lieber alleine als gar nicht!

Einige meiner Freunde hatten damit zu tun, den Alkohol der vergangenen Nacht abzubauen und andere waren einfach zu bequem, um zum mich zum Red-River-Gorge zu begleiten.

Aber einfach nur zu warten bis die Zeit vergeht und der Arbeitstag wieder startet, war mir zu langweilig. Ich startete alleine durch,

denn Getreu meinem Kredo ist es besser, sich manchmal alleine in die richtige Richtung zu bewegen, als zusammen mit der Masse in die falsche (bzw. in diesem Fall in gar keine Richtung, was auch negativ sein kann, denn wie mein Dad immer sagt: Stillstand ist Rückschritt)!

Ich sollte für diese Einstellung noch an diesem Tag belohnt werden, aber dazu gleich mehr.

Blauer Himmel, grüne Felder, freie Straße, neue Kamera, Batterien & Motivation geladen

Tank gefüllt, Blutzucker passt. #Abflug

Ich wollte genau zum Sonnenuntergang am Ziel, dem Chimney top rock (legendärer Ort im Red River Gorge) ankommen, um die beste Atmosphäre einzufangen. Dafür hatte ich mir eine GoPro Actionkamera besorgt, mit der ich einen Timelapse (Aneinanderreihung von Bildern, die mittels Zeitraffer außergewöhnliche Videos ermöglichen) erstellen konnte.

Die Geduldsprobe und der 270 Meter lange Felstunnel

Auf dem Weg zum Chimney top rock fuhr ich durch viele dichte Waldwege bis ich zu einem Felstunnel gelangte. Von außen sieht der Tunnel nicht sonderlich spektakulär aus, doch als ich hindurch fuhr änderte ich meine Meinung. Der Nadatunnel ist ganze 270 Meter lang, keine 5 Meter breit und nein, es gibt dort keine Beleuchtung, Notausgänge oder ähnliches. Purer Fels. (Artikel hier).

Da ich unbedingt vor dem Sonnenuntergang am Ziel sein wollte, die Fahrt aber länger dauerte als ich geplant hatte, stand ich unter Zeitdruck. Die knapp 4 Stunden wollte ich ja nicht umsonst gefahren sein.

Der nette Herr in seinem Oldtimer vor mir, schien jedoch nur einen einzigen Gang zu haben und schlich gemächlich vor sich hin. Es sei Ihm gegönnt, denn die Sehenswürdigkeiten im Red River Gorge sind tatsächlich des Sehens würdig.

Endlich da! Ich lief zum Felsvorsprung, von dem es, soweit ich wusste den besten Ausblick gab. Durch den klaren Himmel war der Sonnenuntergang leider nicht so außergewöhnlich wie ich erhofft hatte, denn ein paar Wolken sorgen bekanntlich für die spektakulärsten Farben und Muster.

Das exakt dieser sternenklare Himmel später noch ein Segen für den Tag werden sollte, ahnte ich nicht.

Ich positionierte meine Kamera und unterhielt mich währenddessen mit einer Hand voll Wanderer die ebenfalls den Ausblick genossen.

Der außergewöhnliche Unbekannte in der Dämmerung…

Nach kurzer Zeit waren auch die letzten paar Wanderer verschwunden. Bis auf einen Mann mittleren Alters und mich selbst, war nun niemand mehr dort. Ich lief zu ihm und fragte, warum er noch so spät dort sei? Hatte er denn nicht von den Bären und Schlangen gehört?

Er lächelte und sagte zu mir: „Du bist ein Glückspilz, denn heute, hier und jetzt wird etwas Phänomenales stattfinden und du kannst dabei sein, wenn du magst.“

Was ist denn das für ein Irrer dachte ich erst. Wer weiß wovon der hier spricht. Dann fuhr er fort: „Der Mond wird erst nach 2 Uhr nachts zu sehen sein und die Luftfeuchtigkeit ist perfekt.“ Perfekt für was? „Für einen außergewöhnlichen Sternenhimmel mit Blick auf die Milchstraße. Du wirst sogar die Andromeda Galaxie sehen können“ sagte er.

Klapperschlangen, Bären und ein potenzieller verrückter der mir die Milchstraße versprach. Hervorragend, ich bleibe noch!

4 Stunden Heimweg durch die Nacht, nächsten Morgen um 6 zur Arbeit, mit einem Fremden alleine auf einem Felsvorsprung, fern ab der Zivilisation, keine Telefonverbindung, gerade noch genug Sprit um zur nächsten Tankstelle zu gelangen…

Vielleicht hatte ich den Film „der Ja-Sager“ zu ernst genommen, aber ich war überzeugt davon, dass ein „Ja“ meistens zu etwas Gutem führt. Ich wusste zwar nicht was mich erwartet, aber ich dachte mir dann: scheiss drauf: Niemand kommt an sein Lebensende und sagt sich: „Zum Glück habe ich diese Chance nicht ergriffen“.

Ich war schon immer ein Bewunderer der Natur. Sonnenuntergänge & Sternenhimmel, dafür schmelze ich dahin.

Das ist auch der Grund, warum ich es liebe, spät abends meine langen Trainingsläufe zu machen. Doch die Milchstraße hatte ich noch nie mit meinen eigenen Augen sehen können.

Milchstraße & Andromeda Galaxie? Eine 2.537.000 Lichtjahre entfernte Galaxie sollte ich hier an diesem Tag sehen können, und dann noch mit bloßem Auge? Der spinnt doch dachte ich… vielleicht sogar ein Verrückter?

Hauptsache kein bewaffneter Psychopath. Doch dieses Risiko (was in den USA doch deutlich höher ist als in anderen Ländern der Erde) viel mir erst ein paar Monate später wieder auf, als ich mit einem Kollegen in einem Einkaufszentrum war und er mir seine neue 9 mm Pistole zeigte, die er einfach so ohne Halfter im Hosenbund trug.

Aber daran dachte ich in diesem Moment nicht. Die Neugier überwog.

Millionen von Sternen. Bis dahin hatte ich so etwas noch nie gesehen

Sämtliche Bedenken zerstreuten sich jedoch, als er seine Kamera auspackte. Ein wertvolles Gerät, mehrere tausend Dollar teuer. Als wir uns weiter unterhielten erfuhr ich, dass er ein professioneller Fotograf war, der mit seinem Wohnwagen durch die USA fuhr und spektakuläre Aufnahmen machte.

Er zeigte mir einen außergewöhnlichen Sternenhimmel, den er im Grand Canyon aufgenommen hatte.

Als der letzte Sonnenstrahl am Horizont verschwunden war, fing es an. Ich sah nach oben und versuchte verzweifelt den großen Wagen zu finden. Unmöglich bei der Vielzahl an Sternen. Und tatsächlich: Über mir wurde die Milchstraße mehr und mehr sichtbar.

Er zeigte mit seinem Finger auf den Himmel und sagte „siehst du das da? Zwei Finger breit nach rechts, und 5 nach oben.“

Ich sah nur eines: Millionen von Sternen. Später erkannte ich was er meinte: Die „Andromeda-Galaxie“. Die einzige Galaxie, die man mit dem menschlichen Auge erkennen kann, so sagte er.

Ich versuchte ein Bild mit mir und dem Himmel zu machen, was absolut hoffnungslos war. Dann sagte er, warte mal. Stell dich dahin, und beweg dich für 30 Sekunden nicht. Er holte eine Stirnlampe hervor und wedelte damit vor mir herum. Das Ergebnis hätte ich nicht erwartet.

Durch diese Beleuchtungsmethode hatte er geschafft, mich und den Sternenhimmel zusammen sichtbar zu machen. Der Typ hatte es drauf.

Das außergewöhnlichste Bild meines bisherigen Lebens

Wenn Sie genau hinsehen (zoomen Sie am besten), erkennen Sie nah am Bildrand oben rechts, die Andromeda-Galaxie (sehr heller Punkt mit einem ovalen Schweif drum herum).

Mein Fazit dieses Tages ist eindeutig. Der Sonnenuntergang war schön, aber nicht außergewöhnlich – konträr zum Anblick des Sternenhimmels. Ich bin dankbar diese Entscheidung getroffen zu haben, denn dieses Ereignis wird mir ein Leben lang in Erinnerung bleiben.

Ich habe daraus viel Begeisterung, Inspiration und Mut geschöpft und mir ist klar geworden, dass es noch soviel im Leben zu entdecken gibt.

4:30 nachts: Zurück in Cincinnati – um 6 wieder zur Arbeit, na und?

Ein geringer Preis, für ein außergewöhnliches Erlebnis, welches ich nie wieder vergessen werde. Sie kennen das bestimmt: Häufig freut man sich lange auf bestimmte Ereignisse und wird dann enttäuscht. Die unbekannten und unvorhersehbaren Situationen, von denen man nicht zuviel erwartet oder nicht weiß „was“ einen erwartet, überraschen einen fast immer positiv und bieten großes Potenzial für neue, außergewöhnliche Erfahrungen.

3 Erkenntnisse aus diesem Tag –
Wie Sie Ihr Leben mit Außergewöhnlichkeit bereichern

1. Risiken im Leben einzugehen ist essenziell…

…denn aus riskanten (durchdachten) Handlungen entstehen neue Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung und wichtige Erfahrungen

  • Wenn Sie nichts riskieren, können Sie sich auch nicht entwickeln
  • Ohne Entwicklung, können Sie nicht glücklich sein/werden
  • Und wenn Sie nicht glücklich sein können, was ist dann der Sinn Ihres Lebens? (Und falls Sie jetzt denken die Antwort ist: „andere glücklich zu machen“ – nein! Man kann kein Glück auf andere Menschen versprühen, dass man nicht selbst verspürt)
  • Außerdem: Wo wäre der Nervenkitzel und die Freude am Leben, wenn alles vorhersehbar und prognostizierbar wäre? Sie kennen sicher den Spruch: „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen…“ und das ist auch gut so.

2. Jenseits Ihrer Komfortzone warten die schönsten Dinge des Lebens…

…Um die Komfortzone zu verlassen, müssen Sie sich überwinden, sich Ihren Ängsten stellen und handeln.

  • Um inspirierende Ziele zu erreichen, müssen Sie Ihre Komfortzone verlassen
  • Vorbereitung, Fleiß, Kontinuität und die Überwindung Ihrer Angst sind dafür essenziell
  • Es kostet Sie keine Überwindung? Dann setzen Sie Ihre Ziele nicht hoch genug und müssen Ihre Komfortzone auch nicht verlassen, was wiederum bedeutet: Kein außergewöhnliches Wachstum, kein außergewöhnliches Leben!
  • Denn diese Angst, welche Sie anfänglich vielleicht noch zögern lässt oder sogar komplett vom Handeln abhält, ist ein gutes Zeichen dafür, dass das was Sie vorhaben, genau das richtige ist!
    • Das heißt jedoch nicht, dass Sie naiv, waghalsig oder dumm zu handeln sollten (so wie ich es teilweise an dem Tag im Red-River-Gorge getan habe).
  • Apropos Angst zu handeln: Ich habe lange gezögert, diesen Blog-Artikel zu veröffentlichen. Der ist noch nicht perfekt, da geht noch was und andere Ausreden die ich immer vorgeschoben habe. Bis ich erkannt habe, dass ich einfach nur Angst hatte. Ja der Artikel ist nicht perfekt, so what? Raus damit. Komm ins handeln Marcel!
  • Also worauf warten Sie? Schieben Sie noch ein paar klassische Ausreden vor?
    • Sie brauchen noch mehr Vorbereitung? Tatsächlich? Vorbereitung ist wichtig, keine Frage. Aber es ist wie mit dem Lesen eines Ratgebers: Ohne Ihr handeln sind sämtliche Informationen nutzlos!
    • Sie brauchen noch das okay von XYZ? Vergessen Sie nicht: Es ist Ihr Leben! Das handeln kann Ihnen niemand abnehmen.
    • Sie haben noch Zeit? Woher wissen Sie das? Niemand weiß wieviel Zeit uns wirklich auf diesem Planeten bleibt!
    • Sie haben keine Zeit? Dann setzen Sie Ihre Prioritäten anders und kreieren Sie die Zeit.
    • Sie haben ein Wehwehchen oder eine Krankheit? Ich auch! So what?
      • Die Liste könnte unendlich lang weiter gehen.

3. Handeln Sie besser alleine als gar nicht!

…Wenn Sie immer auf das okay Ihrer Mitmenschen warten, werden Ihnen zahlreiche Möglichkeiten, die Ihr Leben hätten bereichern können „durch die Lappen gehen“.

  • Wäre ich an diesem Sonntag in Cincinnati geblieben, weil meine Mitmenschen zu bequem waren oder andere Pläne hatten, hätte ich diese außergewöhnliche Erfahrung verpasst.
  • Außerdem: Es heißt nicht umsonst Ihr Leben, also trauen Sie sich Ihr Leben auch mal nach Ihren Plänen zu gestalten und hören Sie damit auf immer nur das zu tun, was alle anderen tun.
  • Denn nur, weil es die breite Masse tut, muss es noch lange nicht das richtige für Sie persönlich sein. Wenn das der Schlüssel für Zufriedenheit wäre, wären deutlich mehr Menschen glücklich.
  • Das bedeutet wiederum nicht, dass Sie nur noch als einsamer Wolf durch die Welt gehen sollen, aber wer nicht mal mit sich alleine glücklich sein kann, den wird auch niemand anderen glücklich machen können.
  • Persönlichkeitsentwicklung ist kein esoterischer Quatsch oder Luxus, sondern essenziell, damit Sie sich persönlich entfalten und selbstverwirklichen können.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Spaß dabei!

P.s. Überlassen Sie das Ausreden machen anderen Menschen und streichen Sie „könnte, hätte, würde, dürfte, wollte, usw.“ aus Ihrer täglichen Sprache…
…der Konjunktiv ist die Sprache der Verlierer!

2 Comments

  1. Danni

    21 Mai 2019 - 7:37 pm

    „Nimm dir vor, den Mond zu treffen. Denn selbst wenn du ihn verfehlst, landest du zumindest inmitten der Sterne.“
    Musste direkt an dieses Zitat denken beim Anblick des Sternenhimmels. Das hat sich mal gelohnt alleine loszuziehen bei der Aussicht. Super schönes Bild und motivierendes Fazit.

    • Marcel Kucharski

      23 Mai 2019 - 12:34 pm

      Danke für dein inspirierendes Feedback 🙂 Ich stimme dir zu 100% zu! Das ist auch eines meiner Lieblingszitate. Auch Dallas McCarver hat immer davon gesprochen… Viel Erfolg und eine außergewöhnliche Entwicklung wünsche ich dir. Aber bei allem Ehrgeiz niemals vergessen: Enjoy, life is a beautiful ride!

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© Marcel Kucharski 2019